Stellungnahme zu den Geschäften Kantonsratssitzung vom 23. Nov 2022

Medienmitteilung

Stellungnahme zu den Geschäften Kantonsratssitzung vom 23. Nov 2022

Die Kantonsratsräte der Grünliberalen Partei Kanton Schwyz haben die Geschäfte der Kantonsratssitzung vom 23. November 2022 behandelt. Nachstehend findet sich eine Zusammenfassung der Stellungnahmen zu aus Sicht der Grünliberalen besonders wichtigen Geschäften, danach detaillierte Ausführungen.

Zusammengefasst:

  • Die GLP unterstĂĽtzt die Mitfinanzierung der Erschliessung von «Brunnen Nord». Bei diesem SchlĂĽsselareal werden sich die hohen Erschliessungskosten mit einem hohen volkswirtschaftlichen Nutzen aufwiegen.
  • Die Teilrevision des Volksschulgesetzes als Ganzes wird von der GLP begrĂĽsst, da es einige Anpassungen gibt die zur Qualitätssteigerung und besseren Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten fĂĽhrt. Bei den Anforderungen fĂĽr die Schulleitungsperson im kritischen §22, sieht sich die GLP in der Vermittlerrolle und wird sich auch bei einigen Anträgen gegen die Kommission und zum Teil gegen die Regierung aussprechen. 
  • Das neue Ă–V-Grundangebot ist fĂĽr die GLP annehmbar, da es wichtige Verbesserungen hat. Es bestehen aber noch Forderungen u.a. bei der Bahnerschliessung Obermarch und z.B. einem kĂĽnftig CO2-neutralen Busverkehr. 
  • FĂĽr die GLP ist das Postulat zur Prävention von sexueller Gewalt an Kindern erheblich, denn jeder Ăśbergriff ist einer zu viel, daher prĂĽfe man u.a. Kampagnen und Massnahmen, wie sie anderen Orts bereits wirksam laufen. 
  • Der Kanton Schwyz ist mässig attraktiv fĂĽr Lehrpersonen und der Mangel daher gross. Die GLP begrĂĽsst, dass die Regierung das Postulat 4/22 auch unterstĂĽtzt und nun gewillt ist, GrĂĽnde und Massnahmen zu identifizieren.
  • Schon immer, aber aktuell noch viel klarer ist, dass grosser Handlungsbedarf besteht, um unabhängiger von Ă–l und Gas zu werden. Die GLP will daher, entgegen der Regierung, das entsprechende Postulat erheblich erklären.

Ausgabenbewilligung zur Mitfinanzierung der Erschliessung „Brunnen Nord“
Die GrĂĽnliberalen unterstĂĽtzen die Mitfinanzierung der Erschliessung von «Brunnen Nord» durch den Kanton. Das Gebiet ist sowohl fĂĽr die Gemeinde Ingenbohl als auch fĂĽr den Kanton Schwyz gleichermassen ein SchlĂĽsselareal fĂĽr die kĂĽnftige bauliche Entwicklung. Die hohen, lokal anfallenden Erschliessungskosten stehen einem hohen volkswirtschaftlichen Nutzen gegenĂĽber, welcher der ganzen Region zu Gute kommt.

Teilrevision des Volksschulgesetzes
Wir GrĂĽnliberale sind ĂĽberzeugt, dass sich eine gute Qualität der Volksschule direkt und positiv auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft auswirkt. Da einige der Anpassungen in dieser Teilrevision durchaus geeignet sind, um die Qualität zu steigern und die Zusammenarbeit zwischen Amt, Schulträger und Schulleitung zu verbessern, begrĂĽssen die GrĂĽnliberalen die Teilrevision als Ganzes. Neben der Implementierung des Lehrplans 21, den geleiteten Volksschulen und dem integrativen Unterricht hätte wĂĽnschten sich die GrĂĽnliberalen u.a. auch Vereinfachungen zum Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache und die verstärkte Förderung von
Begabungen. In diesem Sinn soll es in §20 Abs 2 den Bezirken möglich sein besondere Klassen, bilinguale Klassen sowie Sonderklassen fĂĽr Begabte zu fĂĽhren. Im kritischen Streit um sehr hohe oder undefinierte Anforderungen fĂĽr die Schulleitungsperson in §22 Abs 2, sieht sich die GLP mit einem Kompromissvorschlag in der Vermittlerrolle. Den Schulen ist nämlich wenig gedient, wenn sie keine Leitungspersonen finden, weil die Anforderungen zu hoch sind oder aber in der Not einfach Personen einstellen könnten, die das nötige RĂĽstzeug nicht haben und dann fallieren. Nicht einig mit Regierung und Kommission ist die GLP bei der Kompetenzverschiebung bezĂĽglich Schulhauszuteilung in §25 und Ansetzung der Unterrichtszeiten in §26. Hier soll wie ursprĂĽnglich von der Regierung selbst vorgeschlagen die Schulleitung als operatives und nicht der Schulrat als strategisches Gremium entscheiden. Hingegen folgt die GLP in §68 der Regierung, wo es um Beiträge von Gemeinden und Bezirken zu den Kosten fĂĽr Sonderschulung und Spezial(einzel)unterricht geht. Hier kann der Kanton eher wenig selber ausrichten, wo hingegen Kosten beim Schulträger Anreiz schaffen um gĂĽnstige Lösungen zu finden. Aber die GLP erwartet, dass im Projekt Finanz- und AufgabenprĂĽfung (FA 2022) bei der Reform des IFA fĂĽr ĂĽbergebĂĽhrlich belastete Gemeinden entsprechende Ausgleichsmechanismen vorgesehen werden. 

Grundangebot des regionalen öffentlichen Verkehrs für den Zeitraum 2024-2027
Die GrĂĽnliberalen werden das Grundangebot des öffentlichen regionalen Verkehrs 2024–2027 genehmigen. Es umfasst einige wichtige Verbesserungen wie zum Beispiel den Ausbau des Busangebotes in der March und in Einsiedeln sowie eine bessere Erschliessung der Gewerbegebiete «First» und «Chalteboden» in Feusisberg. Auch die Absicht der Regierung, ein Nachtangebot in das Grundangebot aufzunehmen, wird von den GrĂĽnliberalen begrĂĽsst. Noch Verbesserungspotential sehen die GrĂĽnliberalen bei der Bahnerschliessung der Obermarch. Um die Wettbewerbsfähigkeit des öV weiter zu stärken und um fĂĽr Ă¶kologisch eingestellte Kunden attraktiv zu bleiben, muss zudem auch der Busverkehr schnell CO2-neutral werden.

Postulat P 3/2022: Prävention von sexueller Gewalt an Kindern im Kanton Schwyz
Die Dunkelziffer der effektiven Ăśbergriffe an Kindern ist sehr hoch, egal welche Formel verwendet wird. Jeder dieser Ăśbergriffe ist fĂĽr die GLP einer zu viel und deswegen ist es richtig und wichtig, das Postulat weiter zu verfolgen und Präventionsideen zu prĂĽfen. Beispielsweise könnte der Kanton ähnlich wie Uri flächendeckend die EinfĂĽhrung der Kampagne «Mein Körper gehört mir!» der Stiftung Kindesschutz Schweiz umsetzen. Aber auch wäre eine Sensibilisierungskampagne bei den Erwachsenen sinnvoll. Gerade weil 80% der sexuellen Gewalt in Familien vorkommt, werden Anzeichen möglicherweise ignoriert oder verschwiegen. Die potenzielle Täterschaft soll unterstĂĽtzt werden, mit ihren Pädosexuellen Neigungen umgehen zu können, ohne Kinder zu gefährden und Straftaten zu begehen. Solche Angebote werden im Kanton Bern, Solothurn und ZĂĽrich bereits angeboten.

Postulat P 2/2022: Sofortmassnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit von Öl und Gas
Das Postulat P 02/22 fordert, dass wir unsere Energieversorgung so rasch wie möglich diverser, lokaler, risikoärmer und erneuerbar machen. Deshalb soll der Regierungsrat Sofortmassnahmen prĂĽfen, um den Kanton Schwyz unabhängiger von Ă–l und Gas zu machen. Angesichts der grossen Herausforderungen, vor denen wir aktuell stehen, ist es fĂĽr die GrĂĽnliberalen unverständlich, dass der Regierungsrat «im Hinblick auf die Fragestellung der Postulanten einen eher geringen Handlungsbedarf» sieht und sich dagegen ausspricht, das Postulat erheblich zu erklären. Nicht nur wegen dem Klimawandel, sondern auch um einen Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung der Schweiz zu leisten, mĂĽssen wir jetzt auch im Kanton Schwyz aktiv werden. Die Hände in den Schoss zu legen und weiter abzuwarten, ist fĂĽr die GrĂĽnliberalen keine Option.